24. Juli 2026 / Politik

Land NRW fördert Projekt „AziBauM“ mit rund 1,9 Millionen Euro

Die Handwerkskammer (HWK) Münster treibt zirkuläres Bauen voran

Foto (NRW-Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr): NRW-Umweltminister Oliver Krischer (2. von rechts) überreicht den Förderbescheid an die „Allianz zirkuläres Bauen Münsterland“. Markus Hartmann, Mario Heinemann (beide HWK) und Frank Sibbing (Münsterland e.V.) (von rechts) freuen sich auf die künftige Projektarbeit. 


Die Handwerkskammer (HWK) Münster verstärkt ihr langjähriges Engagement für nachhaltiges Bauen: Mit dem Projekt „AziBauM – Allianz zirkuläres Bauen Münsterland“ entwickelt sie ihr Demonstrationszentrum Bau und Energie zum regionalen Zentrum für zirkuläres Bauen und Sanieren weiter.

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Vorhaben im Rahmen des EFRE-Förderaufrufs „Regio.NRW – Transformation“ mit rund 1,9 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt circa 2,3 Millionen Euro. Den Eigenanteil bringt die Handwerkskammer gemeinsam mit ihren Projektpartnern auf.

Das Demonstrationszentrum Bau und Energie an der Franz-Meis-Straße in unmittelbarer Nachbarschaft des HBZ Münster ist seit 2004 ein Informationsforum für energieeffizientes, ökologisches und ressourcenschonendes Bauen. Als bundesweit einzigartiges „lehrendes Gebäude“ vermittelt es Fachwissen durch Ausstellungen, Beratung, Qualifizierung und praxisnahe Demonstrationen. Mit AziBauM legt die Handwerkskammer hier nun den Fokus auf das Zukunftsthema der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Im Mittelpunkt steht die möglichst lange Nutzung von Baustoffen und Bauteilen sowie deren Wiederverwendung oder hochwertiges Recycling nach dem Rückbau.

Ziel des Projekts ist es, den Wissensaustausch und den Technologietransfer zum zirkulären Bauen zu stärken. Handwerksbetriebe und andere kleine und mittlere Unternehmen sollen dabei unterstützt werden, zirkuläre Bauprozesse in ihre betriebliche Praxis zu integrieren und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Gleichzeitig baut die Handwerkskammer gemeinsam mit ihren Partnern ein regionales Netzwerk auf, das die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen dauerhaft im Münsterland verankern soll.

Dafür entstehen im Demonstrationszentrum neue Ausstellungs- und Präsentationsbereiche sowie eine mobile Ausstellung für Veranstaltungen in der Region. Ergänzt wird das Angebot durch Workshops, Schulungen und Fachveranstaltungen, die den Wissenstransfer zwischen Handwerk, Planung, Wissenschaft, Wirtschaftsförderung und öffentlichen Akteuren fördern.

Das Projekt läuft seit Juli 2026 und ist auf drei Jahre angelegt. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Institut für Infrastruktur, Wasser, Ressourcen, Umwelt der FH Münster. Gemeinsam mit den Projektpartnern werden Hemmnisse und Erfolgsfaktoren für die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft analysiert und Handlungsempfehlungen für die Praxis entwickelt.

„Dieses Projekt macht das Demonstrationszentrum in Münster weithin zum Anziehungspunkt für zirkuläres Bauen und Sanieren. Handwerksbetriebe können hier neue Verfahren kennenlernen, erproben und in ihren Arbeitsalltag übertragen. Mit unserer Förderung unterstützen wir genau diesen Schritt von der Idee in die Praxis“, sagt NRW-Umweltminister Oliver Krischer.

„Mit AziBauM investieren wir in die Zukunft des Handwerks. Zirkuläres Bauen wird in den kommenden Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Handwerksbetriebe dieses Zukunftsfeld aktiv mitgestalten und daraus neue wirtschaftliche Chancen entwickeln können“, sagt HWK-Geschäftsführer Markus Hartmann.

Die Handwerkskammer Münster koordiniert das Verbundprojekt. Partner sind der Münsterland e. V., die FH Münster, die Wirtschaftsförderungsgesellschaften für Münster, den Kreis Borken (WFG), den Kreis Warendorf (gfw), den Kreis Steinfurt (WESt) sowie die Kreishandwerkerschaft Coesfeld.

Meistgelesene Artikel

Münster wird zum Herzstück der europäischen Batterieproduktion
Wirtschaft & Finanzen

Mehr als 140 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treiben in der „FFB PreFab“ bereits die industrienahe Fertigung von Batteriezellen voran.

weiterlesen...
Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Aus aller Welt

Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.

weiterlesen...
Schon jetzt mehr Blitze als 2025 insgesamt
Aus aller Welt

Vergangenes Jahr war außergewöhnlich blitzarm. Das kann man von 2026 nicht behaupten - allerdings gibt es große regionale Unterschiede.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Retter in Kolumbien suchen nach Überlebenden des Erdbebens
Aus aller Welt

Autos schwanken, Fensterscheiben klirren, Gebäude stürzen ein. Nach dem Erdbeben ruft der neue Präsident den Notstand aus. Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht klar.

weiterlesen...
Apple-Datenbrille: Flop im Wohnzimmer - Siegeszug im OP-Saal
Aus aller Welt

Wie die Apple-Datenbrille Vision Pro Chirurgen weltweit zu schnelleren und entspannteren OPs verhilft – und warum Apple trotzdem auf den Milliardenmarkt warten muss.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Münsterländer Kornbrennereien werben für Kurskorrektur bei der Alkoholsteuer
Politik

Erste Gespräche mit Politik lassen Verständnis erkennen.

weiterlesen...
Gedenkveranstaltung in Münster nach CSD-Anschlag
Politik

Gedenken am Dienstag im Rathausinnenhof / Stadt und Polizei prüfen Sicherheitsmaßnahmen

weiterlesen...