27. Juni 2026 / Fit & Gesund

Kurzes Zungenbändchen: Laser oder Schere

Was Eltern über die Durchtrennung wissen sollten

Wenn ein Baby beim Stillen nicht richtig andocken kann oder ein Kind bestimmte Laute nur schwer ausspricht, steckt manchmal eine kleine Ursache dahinter: Ein zu kurzes oder zu straffes Zungenbändchen. Die gute Nachricht – der Eingriff, um es zu lösen, ist klein und Routine. Bei der Frage, wie die Durchtrennung erfolgt, gibt es heute aber spürbare Unterschiede.

Was das Zungenbändchen mit Stillen und Sprechen zu tun hat
Das Zungenbändchen (medizinisch Frenulum linguale) ist die schmale Gewebefalte, die die Zungenunterseite mit dem Mundboden verbindet. Ist es zu kurz oder setzt zu weit vorn an, kann die Zunge in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sein – Fachleute sprechen von einer Ankyloglossie.

Bei Säuglingen zeigt sich das häufig schon beim Stillen: Das Baby bekommt die Brust nicht richtig zu fassen, trinkt unruhig, oder die Mutter hat Schmerzen. Bei älteren Kindern kann ein verkürztes Bändchen die Aussprache einzelner Laute erschweren oder beim Essen stören. Wichtig: Nicht jedes kurze Zungenbändchen muss behandelt werden – entscheidend ist, ob es tatsächlich Beschwerden verursacht.  

„Wir schauen immer zuerst auf die konkrete Situation", heißt es dazu aus der Praxis Lorenz & Schlotmann in Münster. „Erst wenn das Bändchen wirklich Probleme beim Trinken, Sprechen oder Essen macht, ist eine Durchtrennung sinnvoll."

Der Eingriff: Klein – aber nicht überall gleich gemacht
Die eigentliche Durchtrennung – fachlich Frenotomie – dauert nur wenige Minuten. Klassisch wird das Bändchen dabei mit einer chirurgischen Schere oder einem Skalpell durchtrennt. Diese Methode ist seit Langem etabliert und führt zuverlässig zum Ziel.

Zunehmend setzen Praxen jedoch auf den Laser. Der Unterschied liegt weniger im Ergebnis als im Weg dorthin – und genau hier zeigt der Laser einige praktische Vorteile.

Warum der Laser im Vorteil ist
Der Mundboden ist gut durchblutet. Wird das Bändchen mit der Schere durchtrennt, kann es daher bluten, und je nach Befund sind Nähte nötig. Der Laser arbeitet anders: Er trennt das Gewebe und verschließt dabei feine Blutgefäße im selben Arbeitsschritt.

Daraus ergeben sich mehrere Vorteile. Da der Laser die Wunde direkt versiegelt, kommt es in der Regel nur zu einer minimalen Blutung. Häufig kann auf das Nähen verzichtet werden, was den Eingriff gerade für kleine Patienten deutlich angenehmer macht. Der Laserstrahl wirkt keimreduzierend, wodurch die Wunde sauberer bleibt und dadurch ein geringeres Infektionsrisiko besteht. Viele Patientinnen und Patienten berichten auch von weniger Schwellung und einer zügigen Wundheilung. Außerdem lässt sich der Laser sehr fein steuern, was das umliegende Gewebe schont.

„Gerade bei Babys und kleinen Kindern macht es einen Unterschied, ob nach dem Eingriff genäht werden muss oder nicht", so Constantin Lorenz von Lorenz & Schlotmann. „Mit dem Laser ist die Durchtrennung in den allermeisten Fällen in wenigen Minuten erledigt – ruhig und ohne großes Drumherum."

Häufige Fragen von Eltern
Tut der Eingriff weh?
Die Durchtrennung erfolgt unter örtlicher Betäubung; bei Säuglingen reicht je nach Befund oft eine schonende lokale Betäubung. Der Eingriff selbst ist kurz.

Wie lange dauert die Heilung? In der Regel heilt die kleine Wunde innerhalb weniger Tage ab. Beim Stillen ist häufig schon kurz nach dem Eingriff eine Besserung spürbar.

Wann ist der richtige Zeitpunkt? Das hängt von den Beschwerden ab. Bei Stillproblemen kann eine frühe Abklärung sinnvoll sein, bei Sprachthemen wird der Befund individuell beurteilt – am besten gemeinsam mit der behandelnden Praxis und, wo nötig, mit Hebamme oder Logopädie.

Fazit: Auf Methode und Erfahrung achten
Ob ein kurzes Zungenbändchen behandelt werden sollte, lässt sich nur im Einzelfall beurteilen. Steht eine Durchtrennung an, lohnt sich der Blick auf die Methode: Der Laser bietet gegenüber der klassischen Schere in der Regel den Vorteil einer blutungsarmen, nahtfreien und schonenden Behandlung.

Genau aus diesem Grund hat sich die Praxis Lorenz & Schlotmann in Münster bewusst für die laser­gestützte Zungenbanddurchtrennung entschieden. Hier wird der Eingriff durchgängig mit dem Laser durchgeführt – nicht mit Schere oder Skalpell. „Für uns ist der Laser bei diesem Eingriff der Standard, weil er gerade für unsere kleinen Patientinnen und Patienten die schonendste Variante ist", erklärt Constantin Lorenz.

Eltern aus Münster und Umgebung finden bei Lorenz & Schlotmann eine feste Anlaufstelle für das Thema: Von der ersten Einschätzung, ob ein Eingriff überhaupt nötig ist, über die laser­gestützte Durchtrennung selbst bis hin zur Nachsorge – alles aus einer Hand und in einer ruhigen, kindgerechten Atmosphäre.

Meistgelesene Artikel

Münster wird zum Herzstück der europäischen Batterieproduktion
Wirtschaft & Finanzen

Mehr als 140 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treiben in der „FFB PreFab“ bereits die industrienahe Fertigung von Batteriezellen voran.

weiterlesen...
Neue Radservicestation am Ludgeriplatz
Allgemein

Luftpumpe und Werkzeug stehen kostenlos zur Verfügung / Haus der Nachhaltigkeit übernimmt Instandhaltung

weiterlesen...
Paläoaquarium macht Urzeit-Meere digital erlebbar
Bildung & Wissenschaft

Spende der Sparkasse Münsterland Ost ermöglicht neuen Höhepunkt für Ausstellung im LWL-Museum für Naturkunde

weiterlesen...

Neueste Artikel

Nur jede und jeder Zehnte nutzt gar keine Emojis
Aus aller Welt

Lachen, Herzen, Zwinkern: Emojis werden in Chats häufig benutzt. Die Gen-Z sendet sie fast immer, Boomer tun es seltener. Viele sind unsicher, was manche bedeuten. Eine aktuelle Bitkom-Umfrage dazu.

weiterlesen...
Wegen Hitze und Trockenheit Debatte um Wasserverbrauch
Aus aller Welt

Einfach mal die Blumen gießen? In Teilen Europas ist das nicht mehr so einfach. In Deutschland wächst die Debatte über den Umgang mit knappem Wasser.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Eine Umleitung für mehr Lebensqualität
Fit & Gesund

Clemenshospital etabliert neues endoskopisches Verfahren

weiterlesen...
Neues Projekt stärkt Gesundheit von sozial benachteiligten Menschen
Fit & Gesund

OB Fuchs trifft sich mit Projektpartnern und Engagierten aus Berg Fidel / Bewohner entwickeln selbst neue Gesundheitsangebote

weiterlesen...