15. Juni 2024 / Kunst & Kultur

„Kunst am Rand“ macht ganz Kinderhaus zur Open-Air-Ausstellung

Kunstschaffende zeigen vom 16.06. bis zum 29.09. Werke im öffentlichen Raum / Rundweg führt zu Fotografien, Skulpturen, Installationen und Videokunst

Foto (Irina Martyshkova): Das Kuratorenteam der Ausstellung "Kunst am Rand”: Sven Henrik Olde, Florian Glaubitz und Thomas Gerhards (v.l.).


Kunst an Alltagsorten entdecken - das können Neugierige vom 16. Juni bis zum 29. September in Münsters Stadtteil Kinderhaus. Die Ausstellungsreihe "Kunst am Rand", die alle zwei Jahre stattfindet, zeigt mehr als 20 künstlerische Interventionen überall dort, wo man sie nicht erwartet - auf Sportplatz und Schulhof, in Wald und Wohnsiedlung. Grundstein für die Reihe war 2005 die Ausstellung "Kunst trifft Kohl" mit Kunstwerken in Kleingärten.

"Im Hier und Jetzt - zwischen gefunden und vergessen": Zu diesem Thema suchte das Stadtteil-Kulturzentrum Kap.8 und das neue Kuratorenteam mit Thomas Gerhards, Florian Glaubitz und Sven Henrik Olde Kunstschaffende für die fünfte Ausgabe von "Kunst am Rand". Aus 110 Bewerbungen wählten sie 22 Positionen aus. Derzeit laufen die Aufbauarbeiten in Kinderhaus. Die Eröffnung ist am Sonntag, 16. Juni, ab 11 Uhr im Bürgerhaus Kap.8 am Idenbrockplatz 8. Grußworten und einer Einführung in die Ausstellung schließt sich eine öffentliche Führung an.


Foto (Thomas Gerhards): Anna Charlotte Frevel beim Aufbau des Werkes "Meromorph" in der Stadtteilbücherei Kinderhaus.

Kunst-Rundweg durch Kinderhaus
Wer "Kunst am Rand" besucht, kann die Werke bei einem Rundweg durch den Stadtteil kennenlernen. Startpunkt ist das Kap.8 am Idenbrockplatz, weiter geht es über den Sprickmannplatz, das Sportgelände des SC Westfalia Kinderhaus und das Pfründnerhaus bis zum Gut Kinderhaus. Die Ausstellung zeigt das gesamte Spektrum der Gegenwartskunst - von Objekten über Fotografie, Skulptur und Installationskunst bis hin zu Videofilmen, Performances und Augmented-Reality-Kunst. "Kunst am Rand" bietet Gelegenheit für persönliche Begegnungen und ist eine Plattform zum Austausch mit Kunstschaffenden und Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen. Über QR-Codes können Besucherinnen und Besucher Audiobeiträge zu den künstlerischen Positionen abrufen, außerdem gibt es Kuratorenführungen.


Foto (Thomas Gerhards): Ulrich Haarlammert baut eine Probeversion seiner Installation "Zeit meines Lebens” auf.

Werke loten gesellschaftliche Fragen aus
Beheimatet in Kinderhaus, einem Stadtteil mit heterogener Bevölkerungsstruktur, lotet "Kunst am Rand” Fragen des Zusammenlebens aus. Wie wollen Menschen in einer pluralistischen Gesellschaft zukünftig gut und besser gemeinsam leben? Welche gesellschaftlichen Mauern werden hochgezogen? Welche Fassaden gilt es zu durchbohren? Austausch über diese Fragen will die Kunst im öffentlichen Raum anstoßen.

Die Kuratoren haben ältere und jüngere Künstlerinnen und Künstler ausgewählt, sodass "Kunst am Rand" unterschiedliche Ansätze verknüpft. Einige Kunstschaffende zeigen Positionen, die sich gerade entwickeln, andere arbeiten aus einer reichhaltigen Erfahrung heraus. So interpretieren unterschiedliche Generationen den Stadtteil-Raum. Mit dabei sind - unter anderem - Ulrich Haarlammert, Stephanie Sczepanek, Anne Kückelhaus und Hui Chen Yun aus Münster, die Klasse Cytter der Kunstakademie Münster, Loeske Bult (Enschede), Alba Frenzel (Stuttgart) sowie Light Bear (Dresden).

Faltblatt und Katalog
Begleitend zur Ausstellung gibt es ein Faltblatt zur Orientierung. Ein Katalog, der einen tieferen Einblick in die Arbeiten und die Philosophie der Ausstellung bietet, erscheint im Spätsommer. Veranstalter von "Kunst am Rand" sind das Kulturamt der Stadt Münster und das Stadtteilzentrum Kap.8. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, das NRW Kultursekretariat, der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) und die Sparkasse Münsterland Ost fördern "Kunst am Rand". Infos online unter www.stadt-muenster.de/kunst-am-rand.

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