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Johannes-Hospiz und UKM leisten Hilfe für die Ukraine

Ukrainehilfe

Foto (Sabine Lütke Schwienhorst): Mit einer Schenkungsurkunde wird die Übergabe von 100 Betten an Ludger Prinz,  Geschäftsführer des Johannes-Hospizes Münster vom Pflegedirektor des UKM,  Thomas van den Hooven besiegelt. Jetzt kann die fünftägige Reise in die Ukraine starten.


Begonnen hat alles im Sommer 2018:  Krankenschwester Heike Bönninghausen aus dem Johannes-Hospiz in Münster nutzte die Gelegenheit zu einer Hospitation in einem Hospiz in der Ukraine. Schon häufiger hatte sie Häuser im europäischen Ausland besucht, aber dieser Besuch im Hospiz in Iwano-Frankiwsk hat die Mitarbeiterin des Johannes-Hospizes in Münster nachhaltig beeindruckt.

Bönninghausen wollte helfen und hat sich an Ludger Prinz, Geschäftsführer des Johannes-Hospizes gewandt. Dann passierte einiges in Sachen „Hilfe für die Ukraine“. Die Hospizleitung entschied sich für eine Reise in die Ukraine, um sich die dortige Hospizarbeit genauer anzusehen.

Danach war klar, dass man helfen musste. Es fehlte an vielem, aber besonders dringlich war die Beschaffung von Krankenhaus- und Pflegebetten. Und das galt nicht nur für das Hospiz in Iwano-Frankiwsk, sondern auch für die Krankenhäuser der Umgebung. Ludger Prinz ist aktiv geworden und hat sich auf die Suche nach den notwendigen Betten gemacht und er hat es geschafft. Allein das UKM Münster hat jetzt 100 mechanische Betten und ebenso viele Nachttische zur Verfügung gestellt. Weitere Bettenspenden wurden inzwischen von der St. Franziskus-Stiftung in Münster angekündigt.

Ludger Prinz, Geschäftsführer des Johannes-Hospizes Münster, und Thomas van den Hooven, Pflegedirektor des UKM, waren beim Beladen der LKW anwesend. „Für uns ist die Bettenspende Ehrensache“, so van den Hooven. „Die Betten sind noch voll funktionsfähig, aber eben nicht elektrisch, was hier inzwischen Standard ist. Man hat uns aber signalisiert, dass sie in der Ukraine gute Dienste tun und helfen. 

Zwei Speditionen sind mit dem Transport der Betten und Nachttische in die Ukraine beauftragt worden. Startpunkt ist ein Lager auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne an der Gievenbecker Reihe in Münster. Wenn alle Betten und Nachttische verladen sind, geht es auf die Reise. Obwohl ein Großteil der Strecke über die Autobahn führt, sind die Straßenverhältnisse nicht mit denen hier in Deutschland zu vergleichen. Der Weg ist 1.650 km lang und drei gemietete LKWs kosten Geld: 2.600 Euro pro Wagen und jeweils Fahrer, die fünf Tage unterwegs sein werden.

„Wir haben dort einfachste Verhältnisse vorgefunden, die unsere Vorstellungen weit übertroffen haben: Löcher in den Wänden, Betten aus den vierziger Jahren.“ fasst Ludger Prinz nach dem Besuch in Iwano-Frankiwsk die Eindrücke zusammen. „Soweit das von uns beurteilt werden kann, ist die pflegerische Versorgung strukturiert, die Mitarbeiter sind hochmotiviert und der pflegerische Erfolg ist in den zufriedenen Gesichtern der Patienten ablesbar, das muss man unterstützen.“

Die Organisation einer solchen Hilfe ist nicht so einfach und erfordert finanzielle Mittel. Und so möchten die Initiatoren Geld sammeln, um die Betten und vielleicht noch andere Hilfsmittel in der Zukunft in die Ukraine fahren zu können. Außerdem ist man in kollegialem Kontakt miteinander und unlängst hat eine Delegation aus der Ukraine in Münster das Johannes-Hospiz besucht.  

Spendenkonto: Darlehenskasse Münster
IBAN: DE30 4006 0265 0002 2226 00

Stichwort:  Hilfe für die Ukraine

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