18. Dezember 2024 / Kunst & Kultur

Jazzfestival: Kraftvolle Grooves und atmosphärische Klangbilder im Kleinen Haus

Zwei Doppelkonzerte am Nachmittag

Foto (Cindy Dekuyper): Die Antwerpenerin Nabou Claerhout (l.) ist im Kleinen Haus mit ihrem Quartett "Claerhout/Baas/Gaddum/Peet" zu hören. 


Beim Internationalen Jazzfestival Münster erwarten von Freitag, 3. Januar, bis Sonntag, 5. Januar, 17 Konzerte mit mehr als 80 Musikerinnen und Musikern aus über 20 Herkunftsländern das Publikum. Vor dem Abendprogramm im Großen Haus des Theaters Münster erfreuen sich die Doppelkonzerte am Samstag- und Sonntagnachmittag im Kleinen Haus traditionell großer Beliebtheit. Die atmosphärische Dichte des Saals mit der Nähe zu den auftretenden Musikerinnen und Musikern hat für das Publikum einen besonderen Reiz. Der künstlerische Leiter des Festivals Fritz Schmücker lädt dazu immer wieder auch Künstlerinnen und Künstler ein, die in anderen Besetzungen ebenso im Großen Haus zu hören sind. Drei der vier Formationen im Kleinen Haus sind erstmals in Deutschland zu erleben.

Zwei Quartette am Samstagnachmittag
Deutschlandpremiere feiert im Kleinen Haus unter anderem das belgisch-niederländische Quartett "Claerhout/Baas/Gaddum/Peet" rund um die junge Antwerpenerin Nabou Claerhout. Beim Jazzfestival 2023 begeisterte sie bereits mit ihrem regulären Quartett das Publikum im Kleinen Haus. Am 3. Januar eröffnet sie außerdem das Festival mit dem "Brainteaser Orchestra".

Die Bandleaderin und Komponistin hat an der Posaune einen ganz eigenen Sound gefunden und beim Jazzfestival in Brüssel ein neues Projekt mit starken Persönlichkeiten zusammengestellt. Dazu gehören der Gitarrist Reinier Baas und der Schlagzeuger Jamie Peet – zwei niederländische Musiker, die sie während ihrer Ausbildung am Rotterdamer Konservatorium kennenlernte. Reinier Baas spielte und spielt in der persönlichen Entwicklung von Nabou Claerhout als Musikerin eine besondere Rolle. Jamie Peet, der auf dem diesjährigen Münsteraner Jazzfestival gleich in drei Bands mitwirkt, hat es geschafft, einen Groove zu entwickeln, der durch jede Faser seines Körpers zu fließen scheint. Als vierter Musiker hat sich der Bassist Glenn Gaddum Jr. zu der Band hinzugesellt, der Sohn des gefeierten niederländisch-surinamischen Musikers und Produzenten Glenn Gaddum Sr. Gemeinsam tritt das Quartett Samstagnachmittag im Kleinen Haus auf.


Foto (Heidi Hayoung Kim): Die südkoreanische Pianistin Chaerin Im feiert beim Jazzfestival mit ihrem eigenen Quartett Deutschlandpremiere. 

Die südkoreanische Pianistin Chaerin Im wird an der Seite des Dänen Jasper Høiby bei seinem Projekt "Three Elements" am Samstagabend im Großen Haus zu hören sein. Für die Deutschlandpremiere ihres eigenen Quartetts am Samstagnachmittag im Kleinen Haus vermischt und überlagert sie Sounds, die von den favorisierten Musik-Stilen der einzelnen Mitwirkenden inspiriert sind – von Indie-Pop über Free-Impro bis hin zu elektronischer Musik. Sogar ihre Liebe zu koreanischer Musik ist ihren neuen Kompositionen anzumerken.
Xhosa Cole und "Pauline Réage" sind am Sonntag zu hören

Am Festivalsonntag kommt das Publikum zweimal in den Genuss, den britischen Tenorsaxophonisten Xhosa Cole zu erleben – als vorletztes Konzert des Festivals mit seinem Quartett "FreeMonk" im Großen Haus sowie zur Mittagszeit im Kleinen Haus im Duo mit dem Schlagzeuger Tim Giles. Zu erwarten ist eine Symbiose aus Jazz-Tradition, afrobritischen Einflüssen, klassischer westlicher Musikkultur und freier Improvisation.


Foto (Iona Dutz): Die Leipziger Band "Pauline Réage" bildet am 5. Januar den Abschluss der Konzerte im Kleinen Haus. 

Den Abschluss der Konzerte im Kleinen Haus bildet am Sonntag die Leipziger Band "Pauline Réage". Anne Munka, Sängerin und Initiatorin des Projekts, beschreibt ihre Musik selbst als dramatisch, empathisch und lyrisch und als ein Spiegelbild ihrer eigenen künstlerischen Entwicklung. Noch vor wenigen Jahren beschäftigte sie sich hauptsächlich mit Literatur, Klangkunst und Hörspiel, bevor sie mit Künstlern aus dem Improvisationsbereich kooperierte. Zu erleben sind komplexe harmonische und rhythmische Strukturen, aber auch einfache Liedformen bis hin zu Scat und Spoken Word, wobei Munkas eingängige Melodien von naiv bis differenziert reichen. Das ausgefeilte Songwriting entfaltet ein breites Panorama unterschiedlichster Stimmungen.

Für die Konzerte im Kleinen Haus sind noch Restkarten verfügbar. Infos zum Programm und den Tickets gibt es online unter www.stadt-muenster.de/jazzfestival.

Die Partner des Festivals sind das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Firmengruppe Brück, die Sparkasse Münsterland Ost, die M4-Media Werbeagentur, das Pianohaus Micke, das Festivalhotel Parkhotel Hohenfeld, die Münstersche Zeitung, WDR3, das Reisebüro ReiseArt, das Theater Münster und cuba kultur.

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