5. Januar 2026 / Fit & Gesund

Im richtigen Moment die richtige Entscheidung treffen

Clemenshospital klärt junge Menschen darüber auf, welche Folgen Alkohol, Drogen oder das Nutzen des Smartphones im Verkehr haben können.

Foto (Alexianer): Im Schockraum des Clemenshospitals erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie Unfallopfer auf Verletzungen untersucht werden.


„Wir wollen Ihnen kein schlechtes Gewissen machen. Wir möchten, dass Sie im richtigen Moment die richtige Entscheidung treffen und Verantwortung für sich und andere übernehmen“, erklärt Dr. Lena Stebel den Schülerinnen und Schülern des Anne-Frank-Berufskollegs zu Beginn eines Tages, der viele der jungen Menschen beeindrucken und hin und wieder schockieren wird. Stebel ist Assistenzärztin der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Clemenshospitals, einem Krankenhaus des Alexianer-Verbunds. Seit genau zehn Jahren veranstaltet die Klinik am Düesbergweg drei Mal pro Jahr eine Party der besonderen Art „Prevent Alcohol and Risk Related Trauma in Youth – P.A.R.T.Y.“ Ziel des Programms der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) ist, junge Menschen darüber aufzuklären, welche Folgen Alkohol, Drogen oder das Nutzen des Smartphones im Verkehr haben können.

Den Auftakt macht im Clemenshospital seit zehn Jahren Udo Weiss, leitender Polizeidirektor a. D., der mit Fotos und Videos aber vor allem mit eindringlichen Berichten aus seiner aktiven Zeit die Zuhörerinnen und Zuhörer in seinen Bann zieht. „Alkohol senkt das Risikobewusstsein und führt zur Selbstüberschätzung“, zwei Dinge, die sich nicht gut mit der Teilnahme am Straßenverkehr vertragen, wie der erfahrene Polizist berichtet. Danach folgen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Weg eines Unfallopfers durch das Krankenhaus, wobei zunächst der Rettungssanitäter Ralf „Freddy“ Krüger vom Arbeiter-Samariter-Bund die Funktion und Ausstattung eines Rettungswagens erläutert. Danach geht es mit den Schülerinnen und Schülern in den Schockraum der Klinik am Düesbergweg. Das Team der Notaufnahme versucht hier herauszufinden, welche Verletzungen vorliegen und wie schwer diese sind.

Es folgte die Intensivstation, auf der mit hohem technischem und fachlichem Einsatz mitunter tage- oder wochenlang um das Leben der Unfallopfer gekämpft wird. Auf der Normalstation erfuhren die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer danach, welche Sorgen viele Patientinnen und Patienten umtreiben, die mit den Folgen ihres Unfalls kämpfen müssen. Kann ich nach der Entlassung weiter in meiner Wohnung bleiben? Gibt es Menschen, die mir in der ersten Zeit beim Einkaufen helfen? „Das sind Fragen, die wir immer wieder hören. Ein Unfall kann Folgen haben, die weit über den Krankenhausaufenthalt hinausgehen“, wie Heide Hubertus, Pflegekraft der Station, den Schülerinnen und Schülern erklärt.

Abschließend berichten die Physiotherapeutin Eva Jouini und die Logopädin Anne Schiller, wie die Betroffenen mit zum Teil sehr kleinen Schritten wieder zurück in ein selbstbestimmtes Leben begleitet werden: „Wir feiern bei unserer Arbeit manchmal, wenn ein Mensch erstmals wieder dazu in der Lage ist, selbstständig mit einem Löffel Apfelmus zu essen“.

Zwei Schülerinnen der Klasse des Anne-Frank-Berufskollegs waren selber betroffen und berichteten ihren Klassenkameradinnen und -kameraden eindringlich von ihren Erlebnissen während ihres mehrmonatigen Krankenhausaufenthalts. Sie wurden gleichzeitig auf einem Fußgängerüberweg von einem Auto erfasst, „Der Fahrer dachte, dass er die Gelbphase noch schafft und hat Gas gegeben“, wie eine der beiden berichtet. Dass die beiden trotz des mehrmonatigen Klinikaufenthalts wieder in ihre Klasse zurückkehren konnten, beeindruckt auch die erfahrenen Therapeutinnen.

„Das P.A.R.T.Y.-Projekt führt den Schülerinnen und Schülern sehr deutlich vor Augen, welche schlimmen Folgen ein Verkehrsunfall haben kann und wie wichtig es ist, umsichtig am Verkehr teilzunehmen“, fasst Dr. Lena Stebel die Veranstaltung im Clemenshospital zusammen.

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