20. Juli 2022 / Bildung & Wissenschaft

Herausragende Masterarbeit in der Physik gewürdigt

Anja Brüggemann mit "Infineon-Master-Award" ausgezeichnet

Anja Brüggemann

Foto (privat): Anja Brüggemann leistete in ihrer Masterarbeit über exotische Teilchen Herausragendes.


Für ihre herausragende Masterarbeit zur Untersuchung von Charmoniumzerfällen und der Suche nach exotischen Teilchenzuständen an einem Elektron-Positron-Collider hat Anja Brüggemann den mit 1.500 Euro dotierten „Infineon-Master-Award“ erhalten – den Preis verleiht der Fachbereich Physik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) mit der Infineon Technologies AG. „Anja Brüggemanns Arbeit, ihre komplexen Analysemethoden und ihre Ergebnisse gehen weit über das Maß einer Masterarbeit hinaus – sie hat eher das Format einer Doktorarbeit“, betont Prof. Dr. Alfons Khoukaz vom Institut für Kernphysik, in dessen Arbeitsgruppe die Masterarbeit angefertigt wurde. Ihre Resultate seien für das hochaktuelle Forschungsgebiet zur Suche und Untersuchung exotischer Teilchenzustände in der Hadronenphysik von großer Relevanz, insbesondere um die bisher noch unverstandene Struktur spezieller Teilchenzustände zu entschlüsseln.

Anja Brüggemann untersuchte Zerfälle von Systemen, die aus einem Charm- und einem Anticharm-Quark bestehen, den sogenannten Charmonia. Charmonia, die zur Familie der Mesonen gehören und damit zur Hälfte aus Antimaterie bestehen, wurden am BESIII-Experiment in Elektron-Positron-Kollisionen an einem Teilchenbeschleuniger in Peking erzeugt. Ähnlich der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen musste die Autorin rund zehn Milliarden Kollisionsereignisse analysieren. Es gelang ihr, erstmals einen zuvor unbekannten Zerfall des leichtesten Charmoniums zu identifizieren und zu quantifizieren. Dieser Zerfall ist von besonderem Interesse, um Erkenntnisse über die Struktur weiterer Mesonen zu gewinnen, die als sogenannte Zwischenresonanzen im Zerfall auftreten können. Anja Brüggemanns Arbeit liefert damit einen wichtigen Beitrag zur Suche nach exotischen Teilchen und zur Aufklärung ihrer inneren Struktur.

Anja Brüggemann wird ihre wissenschaftliche Laufbahn und ihre Forschungsarbeit auf dem Gebiet der exotischen Teilchen im Rahmen einer Doktorarbeit fortführen, die sie in der Arbeitsgruppe von Alfons Khoukaz und als Mitglied des Graduiertenkollegs „Strong and Weak Interactions – from Hadrons to Dark Matter“ anfertigt.

Meistgelesene Artikel

„Hinhören statt wegschauen“
Allgemein

In der neuen Podcast-Reihe erzählen fünf Wohnungslose aus Münster ihre Geschichten

weiterlesen...
Weltpremiere: Der erste Whisky aus Münster
Genuss & Lifestyle

Münsteraner Finne Brauerei initiiert mit Hilfe der Feinbrennerei Sasse lokalen Single-Malt

weiterlesen...
Werden Sie Publikum des Jahres 2022 des Theater Münster!
Kultur

Mit einem Klick auf concerti.de unterstützen Sie Ihr Theater Münster

weiterlesen...

Neueste Artikel

Wermelskirchener Babysitter nennt seine Taten «abscheulich»
Aus aller Welt

Der 45-jährige Mann, der über Jahre Kinder sexuell missbraucht haben soll, hat sich erstmals vor Gericht geäußert. Mehr als 120 Taten werden ihm vorgeworfen.

weiterlesen...
«Frieden mit Natur» - Start von Weltnaturgipfel in Kanada
Aus aller Welt

30 Prozent der Land- und Meeresflächen sollen bis 2030 unter Schutz gestellt werden. Das Ziel ist ambitioniert - UN-Chef Guterres warnt, die Menschheit werde zur «Massenvernichtungswaffe».

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Wer ist schlauer: Der Mensch oder ein Staubsaugerroboter?
Bildung & Wissenschaft

Kinder-Uni-Vorlesung am 9. Dezember über künstliche Intelligenz

weiterlesen...