25. Juli 2025 / Politik

Handwerkskammer im Dialog mit FDP-Politiker Höne

Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung im Fokus

Foto: In der HWK Münster empfingen Präsident Jürgen Kroos (r.) und Geschäftsführer Markus Hartmann (l.) Henning Höne, MdL (FDP, M.) zum Gespräch über Anliegen des heimischen Handwerks.


Bei einem Gespräch in der Handwerkskammer (HWK) Münster hat Präsident Jürgen Kroos gemeinsam mit Henning Höne, MdL zentrale Herausforderungen und Chancen für das Handwerk diskutiert. Höne ist Landesvorsitzender und stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP und wohnt in Coesfeld. Im Dialogfokus standen Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung, Flächenverfügbarkeit sowie die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung.

Das Handwerk leidet zunehmend unter hohen bürokratischen Anforderungen, wie Kroos auf Basis von Betriebsbefragungen weiß. Bei öffentlichen Bauprojekten verzichten viele Handwerksbetriebe auf Angebote, weil die kommunalen Vorgaben zu komplex sind. Auch Regelungen wie die Verpackungssteuer bedeuten für Betriebe zusätzlichen Aufwand. Höne bekräftigte seinen Einsatz für beschleunigte Prozesse, etwa für die Digitalisierung von Kfz-Zulassungen.

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften war ein zentrales Thema. HWK und FDP setzen übereinstimmend auf verschiedene Initiativen – vom Anwerben ausländischer Fachkräfte über Anerkennung von Berufsabschlüssen bis hin zu Projekten wie dem „Handwerkerjahr“. Dabei lernen Jugendliche in vier Stationen verschiedene Berufe kennen und erhalten eine Vergütung wie im ersten Lehrjahr. Problematisch bleiben für Höne und Kroos fehlende Schulabschlüsse und zeitweise unsichere Arbeitserlaubnisse.

Ein weiteres Anliegen ist die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung. Die FDP hat hierzu als Oppositionspartei einen Antrag in den Landtag eingebracht. Sie will diesen Gleichwertigkeitsgrundsatz in der NRW-Landesverfassung festschreiben. „Auch die Ausstattung beruflicher Schulen und Bildungsstätten soll stärker in den Fokus rücken“, unterstrich Höne. Beide Gesprächspartner kritisierten die unterschiedliche Behandlung von Auszubildenden und Studierenden: Während beispielsweise Studierende ein Semesterticket erhalten, fehlt eine vergleichbare Lösung für Azubis.

Mit Blick auf den „Masterplan Handwerk Ruhrgebiet“ und den Flächengipfel am 21. November wurde über die Flächenknappheit gesprochen: Rund 15 Prozent der Unternehmen suchten neue Standorte oder möchten erweitern, berichtete Kroos. „Restriktionen und lange Entscheidungswege in Räten und Ausschüssen bremsen die Entwicklung zusätzlich.“ Auch Höne legte Wert auf mittelstandsfreundliche Lösungen auf kommunaler Ebene. Abschließend hoben beide Seiten die Bedeutung des Münsterland e.V. als wichtigen Markenbotschafter für die Region hervor.

Meistgelesene Artikel

Rentnerin fährt ins Wartezimmer des Lorenz & Schlotmann Kids Club
Allgemein

Kinderzahnärztliches Zentrum in Münster – Keine Verletzten

weiterlesen...
Viertklässler der Mathias-Claudius-Schule gewinnen exklusiven Kinotag
Kinder & Familie

Die Kinder der Handorfer Schule haben den Wettbewerb des Kinderschutzbundes Münster „Mission Demokratie – die Challenge“ gewonnen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Kölner Dom kostet Touristen ab Juli Eintritt
Aus aller Welt

Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Das soll sich für Touristen bald ändern. Was bisher bekannt ist.

weiterlesen...
Klinik-Arzt wegen Mordverdachts in U-Haft
Aus aller Welt

Ein Mediziner der Medizinischen Hochschule Hannover soll schwer kranke Patienten mit Medikamenten getötet haben – darunter einen Mann, der im künstlichen Koma lag. Die Uniklinik zeigte den Arzt an.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Gremmendorf: Stadt sucht neue Namen für Lüderitz- und Woermannweg
Politik

Vorschläge online oder postalisch bis zum 22. März einreichen

weiterlesen...
Oberbürgermeister setzt in der Klimastadt auf Austausch mit Wirtschaft und Wissenschaft
Politik

Tilman Fuchs: „Wir können die Wärmewende nur gemeinsam erfolgreich gestalten“ / Treffen bei der IHK Nord Westfalen

weiterlesen...