13. Mai 2024 / Wirtschaft & Finanzen

H-Gas kommt: 76.000 Erdgasgeräte werden bis 2029 umgestellt

Stadtnetze Münster beginnen mit Erhebung von Erdgasgeräten im Süden Münsters und Drensteinfurt

Erdgasumstellung

Die Erdgasumstellung kommt nach Münster und Drensteinfurt. Bis 2029 werden in Münster und Drensteinfurt insgesamt rund 76.000 Erdgasgeräte umgerüstet und für das so genannte H-Gas vorbereitet. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Umstellung einfach und kostenlos. Sie müssen lediglich den angekündigten Technikern zwei Mal die Tür öffnen.

Noch wird in Münster so genanntes L-Gas eingesetzt, das überwiegend in den Niederlanden gefördert wird. Ab Oktober 2029 soll jedoch kein niederländisches Gas mehr nach Deutschland fließen. In Vorbereitung darauf müssen in Nordwestdeutschland möglichst frühzeitig insgesamt 5,2 Millionen Erdgasgeräte bis 2029 von insgesamt 116 Netzbetreibern angepasst werden. Bereits 2015 startete das Projekt zur Umstellung der Erdgasbeschaffenheit von L-Gas (mit niedrigem Brennwert) auf H-Gas mit höherem Brennwert. Gesetzliche Grundlage ist §19 a im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG).

Als eine der letzten Regionen ist das Netzgebiet Münster und Drensteinfurt an der Reihe. Bis 2029 werden die Fernleitungen, die das Gas nach Münster transportieren, auf H-Gas umgestellt und damit auch sämtliche Erdgasanlagen im hiesigen Netzgebiet technisch für das H-Gas umgerüstet – von der privaten Brennwerttherme bis hin zu Industrieanlagen.

Die Umstellung erfolgt in drei Schritten: Bis 2026 werden die ersten rund 14.600 Erdgasgeräte im Netzgebiet Münster-Süd mit Amelsbüren, Hiltrup, Gremmendorf, Wolbeck und Angelmodde sowie in Drensteinfurt mit Rinkerode und Walstedde umgestellt. Diese Bereiche werden über einen Netzkoppelpunkt in Rinkerode mit Gas versorgt, welcher bereits im Sommer 2026 auf H-Gas umgeschaltet wird. Voraussichtlich zwischen 2026 und 2029 erfolgt die Umstellung von weiteren 60.000 Erdgasgeräten im Stadtgebiet von Münster. Lediglich in Sprakel fließt bereits heute H-Gas im Gasnetz, da dieser Strang aus Greven versorgt wird, wo bereits H-Gas eingesetzt wird.

Was die Erdgasumstellung für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Erdgasumstellung mit zwei Technikerterminen verbunden. In der Erhebungsphase notieren beauftragte Techniker zunächst die Daten sämtlicher Erdgasgeräte im Haushalt, beispielsweise von Brennwertthermen oder Gasherden. Diese Phase dauert rund ein Jahr. Bei einem zweiten Termin rund ein Jahr später wird das Gerät angepasst. Vielfach reicht dafür der Austausch einer einfachen Düse im Gerät.

Erdgasversorgte Haushalte im Süden Münsters und in Drensteinfurt erhalten daher ab Anfang Juni Post von den Stadtnetzen Münster, die mit einem Vorlauf von zwei bis drei Wochen den ersten Besuch eines Technikers für die Geräteerhebung ankündigen. 

Für die Erdgasumstellung arbeiten die Stadtnetze Münster mit dem erfahrenen Unternehmen ESK aus Dortmund zusammen, das seit 2015 bereits knapp eine halbe Million Erdgasgeräte auf H-Gas umgerüstet hat. Ein Team von 40 Monteuren wird in der ersten Phase in Münster und Drensteinfurt aktiv sein. Trittbrettfahrer haben keine Chance – die Erdgasumstellung folgt einem erprobten und bewährten Sicherheitskonzept. 

Begleitet wird die Erdgasumstellung von einem umfassenden Informationsangebot auf der Website der Stadtnetze Münster sowie einer Infokampagne mit dem Maskottchen Harry, dem Hund. Mit ihren Fragen zur Erdgasumstellung können sich Verbraucherinnen und Verbraucher an die extra eingerichtete Hotline, ein Erdgasbüro vor Ort sowie per E-Mail informieren. 

Info-Hotline zur Erdgasumstellung: 0251 694 1210  
E-Mail: erdgasumstellung@stadtnetze-muenster.de

Hintergrund: Erdgasqualitäten in Deutschland
L-Gas (Low calorific gas) und H-Gas (High calorific gas) sind die zwei vorhandenen Erdgasarten in Deutschland. Die Gasart und der Brennwert unterscheiden sich je nach Herkunft des Gases. Wegen des unterschiedlichen Brennwerts werden die beiden Gasarten in getrennten Gasnetzen transportiert. Münster wird nahezu ausschließlich mit L-Gas versorgt. Lediglich in Sprakel heizen die Haushalte bereits mit H-Gas. 

Schon heute sind jedoch große Teile des L-Gas in den deutschen Gasnetzen aufbereitetes H-Gas, da die Förder- und Importmengen von L-Gas stark rückläufig sind. Nach aktuellem Stand soll ab dem 1. Oktober 2029 gar kein L-Gas mehr fließen. Daher müssen in den Netzgebieten, in denen aktuell noch L-Gas verteilt wird, die Netze umgestellt werden. Durch die Umstellung von L-Gas auf H-Gas ändert sich in dem Netzgebiet die Gasbeschaffenheit. Alle angeschlossenen Gasverbrauchsgeräte müssen daher schrittweise und möglichst frühzeitig an die Versorgung mit hochkalorischem H-Gas angepasst werden. Im Fachjargon wird das Projekt daher auch Marktraumumstellung genannt.

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