29. März 2026 / Politik

Gremmendorf erhält ein Bürgerhaus

Rat beschließt Umbau des ehemaligen Offizierskasinos im York-Quartier und Betrieb durch Trägerverein / Bund fördert Projekt mit fünf Millionen Euro

Foto (Stadt Münster / Michael Möller): Das ehemalige Offizierskasino im York-Quartier wird zu einem Begegnungszentrum für Gremmendorf umgebaut, das umliegende Gelände mit historischem Baumbestand zu einem offenen Bürgerpark. Betrieben wird das Bürgerhaus von einem Trägerverein. Das hat der Rat am 25. März beschlossen.


Das ehemalige Offizierskasino im York-Quartier soll bis Ende 2028 zu einem zentralen Begegnungs- und Demokratieort für Gremmendorf werden. Der Rat der Stadt Münster hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 25. März, den denkmalgerechten Umbau des Gebäudes zu einem Bürgerhaus sowie die Neugestaltung des umliegenden Geländes beschlossen. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Im nicht öffentlichen Teil der Sitzung entschied der Rat außerdem, dass der Betrieb des Bürgerhauses an den ehrenamtlich tätigen und gemeinnützigen Trägerverein "York:Kasino Erinnern – Begegnen – Gestalten e.V." übergeben und von diesem organisiert und verantwortet wird.

Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen belaufen sich auf maximal 9,68 Millionen Euro. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen unterstützt das Vorhaben mit fünf Millionen Euro im Rahmen der Förderung "Nationale Projekte des Städtebaus" als herausragendes Projekt mit besonderer städtebaulicher Qualität.

Durch die rund zweijährige Sanierung und behutsame Weiterentwicklung wird das denkmalgeschützte Gebäude aus den 1930er-Jahren zu einem Bürgerhaus mit 1.500 Quadratmetern Nutzfläche. Zudem ist eine umfassende energetische Modernisierung geplant, um das Gebäude zukunftsfähig und klimafreundlich aufzustellen.

Bürgerinnen und Bürger können eigene Ideen einbringen
Der Trägerverein hat in den vergangenen Monaten gemeinsam mit der Stadtverwaltung – insbesondere dem Kulturamt, dem Amt für Immobilienmanagement und Münster Marketing – ein umfassendes Nutzungs- und Betriebskonzept erarbeitet. Begleitet hat den Prozess ein Coaching der Stiftung Westfalen-Initiative für Eigenverantwortung und Gemeinwohl.

Das Konzept sieht vor, dass Bürgerinnen und Bürger ihre eigenen Ideen einbringen können – denn das künftige Programm des offenen Bürgerhauses soll im Stadtteil selbst entstehen. Mögliche Formate sind zum Beispiel Lesungen zur Stadtteil- und Zeitgeschichte, Gesprächsrunden zur Demokratiebildung, kulturelle Veranstaltungen und Nachbarschaftscafés. Auch neuen Initiativen aus dem Stadtteil soll das Bürgerhaus Raum bieten. Thematische Arbeitsgruppen im Verein sollen Angebote eigenständig entwickeln und umsetzen.

Mit einer Lesung im Kaminzimmer des Kasinos startete vergangenen November bereits eine erste Veranstaltungsreihe: Unter dem Motto "York:to go" sind in der Übergangszeit während der laufenden Sanierung weitere Veranstaltungen an verschiedenen Orten im Quartier vorgesehen. Im nächsten Schritt plant der Verein, die Öffentlichkeit ins ehemalige Offizierskasino einzuladen. Bürgerinnen und Bürger sollen so die Möglichkeit erhalten, sich über das Konzept zu informieren, Fragen zu stellen und erste eigene Ideen einzubringen. Ziel des Vereins ist es, möglichst viele ehrenamtlich Engagierte zu gewinnen, die das Programm des Bürgerhauses zukünftig aktiv mitgestalten möchten.

Außenbereiche werden zu offenem Bürgerpark
Den Umbau des ehemaligen Offizierskasinos setzt das Amt für Immobilienmanagement gemeinsam mit der Landesgesellschaft NRW.Urban auf Basis des Entwurfs von Bastian Architekten aus Münster um. Das Projekt soll beispielhaft zeigen, wie denkmalgeschützte Bestandsgebäude innovativ weiterentwickelt und dabei soziale, kulturelle und klimapolitische Anforderungen miteinander verknüpft werden können.

Die Pläne für das Außengelände sehen vor, dass der historische Baumbestand im Kasinopark erhalten bleibt. Mit dem "Platz der Begegnung" im Eingangsbereich und dem rückwärtigen Kasinogarten sollen zwei Aufenthaltsbereiche im Freien neugestaltet werden. Die Umwandlung des Areals in einen öffentlich zugänglichen Bürgerpark leistet zugleich einen Beitrag zum Arten- und Klimaschutz sowie zur Förderung der Biodiversität.

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