9. Oktober 2025 / Natur & Umwelt

Fischbestand im Aasee erholt sich weiter

Raubfisch-Nachwuchs als Zeichen für ein widerstandsfähigeres Ökosystem / Auswertung der Daten läuft

Foto (Stadt Münster): Fachleute des Ruhrverbandes haben am Fische aller Arten und Größenklassen aus dem Aasee geholt, um eine aktuelle Fischbestandsuntersuchung durchzuführen.

Fachleute des Ruhrverbandes haben die ersten Schritte der Fischbestandsuntersuchung im Aasee im Auftrag der Stadt Münster abgeschlossen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Ökosystem Aasee widerstandsfähiger wird: Die Fischer haben junge, im Aasee geschlüpfte Zander und erstmals Exemplare des Raubfisches Rapfen erfasst – ein Hinweis auf eine positive Entwicklung des Raubfischbestands. Dazu tragen Maßnahmen der Stadt Münster wie schwimmende Pflanzenzonen und ökologisch aufgewertete Ufer bei, um Raubfischen geeignete Orte zum Laichen zu bieten.

Erste belastbare Ergebnisse erwartet die Stadt Münster in den kommenden Wochen, die exakte Auswertung wird bis Anfang kommenden Jahres folgen. Die Kontrolle ist Teil der Resilienzstrategie, die den Aasee widerstandsfähiger gegenüber Hitze und extremer Trockenheit machen soll. Eines der Ziele ist ein gewässerverträglicher Fischbestand, der sich weitestgehend selbst reguliert. Hierzu muss die Zahl der Raubfische im See erhöht und die Zahl der Friedfische reduziert werden.

Wasserkontrollen des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit zeigen zudem, dass es im Frühjahr im Wasser eine hohe Dichte an Kleinkrebsen gab, die Algen filtern und so eine gute Wasserqualität schaffen. Da sich Friedfische wie Rotaugen und Güster auch von diesen Krebsen ernähren, ist dies ein Indiz dafür, dass aktuell nicht zu viele Fische dieser Arten im See leben.

Zum Start der Bestandskontrolle fand am Dienstag, 7. Oktober, eine sogenannte Elektrobefischung statt. Dabei erzeugt ein elektrisches Feld im Wasser einen kurzen Reiz, der die Fische anlockt. Mit dieser EU-weit standardisierten Methode konnten die Experten zahlreiche Fische keschern, vermessen und ihre Arten bestimmen.

Am Mittwoch folgte der zweite Untersuchungsschritt: Von einem Boot aus wurden zuvor ausgelegte Netze eingeholt, in denen sich Fische aller Arten und Größenklassen verfangen hatten. Diese Exemplare – insgesamt mehr als 200 Kilogramm Fisch – hat der Ruhrverband in seinen Fischereibetrieb am Möhnesee gebracht. Dort werden neben der Art auch Größe, Gewicht, Alter, Ernährungs- und Gesundheitszustand der Fische bestimmt und mit den Ergebnissen der Elektrobefischung zusammengeführt.

Der Ruhrverband führt die Bestandskontrolle im Auftrag der Stadt Münster zum dritten Mal nach dem Fischsterben im Jahr 2018 durch, aktuell findet die Maßnahme alle drei Jahre statt.

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