26. September 2025 / Kunst & Kultur

Musiktheater-Premiere der neuen Spielzeit im Theater Münster

Der Liebestrank: Komische Oper in zwei Akten von Gaetano Donizetti / Dichtung von Felice Romani

Foto (Bettina Stöß): Garrie Davislim und Kihoon Yoo in "Der Liebestrank".


Nemorino ist unglücklich in Adina verliebt. Sie scheint sich nicht für ihn zu interessieren, befasst sich lieber mit der Geschichte von Tristan und Isolde, in der ein Liebestrank die beiden Protagonisten zusammenführt. Als Nemorino Adinas Erzählung darüber lauscht und dann auch noch der Quacksalber Dulcamara bei ihnen Halt macht, um seine Zauberfläschchen anzupreisen, hat Nemorino Hoffnung auf ein passendes Elixir, das ihm hilft, das Herz seiner Angebeteten zu gewinnen. Der geschäftstüchtige Dulcamara verkauft Nemorino prompt einen zum Liebestrank umetikettierten Wein, dessen Wirkung mehr auf seine Hochprozentigkeit und weniger auf Zauberei zurückzuführen ist. Adina entschließt sich jedoch plötzlich zur Hochzeit mit einem anderen: Belcore. Durch einen mysteriösen Vorfall wird Nemorino überraschend zum begehrten Junggesellen und hat schließlich doch eine Chance bei Adina… 

Gaetano Donizetti komponierte seine Oper, die zu den Höhepunkten der Opera buffa im 19. Jahrhundert zählt, in kürzester Zeit: Zwischen der Fertigstellung des Librettos durch den versierten Librettisten Felice Romani und der Uraufführung des Werkes am 12. Mai 1832 liegen rund zwei Wochen. Als Vorlage diente den beiden die ein Jahr zuvor in Paris uraufgeführte Oper von Auber Le philtre. Im Liebestrank kommen die für Donizettis Schaffen typische Situationskomik und Melancholie zusammen. Mit rasanter Komik, Ironie und Figuren, die in der Tradition der Commedia dell’arte stehen sowie mit Musik voll tiefer Emotionen bringen die Liebeswirren alle zum Lachen und zum Weinen.

Die Regisseurin Anna Weber, die mit ihrem Team bereits zum zweiten Mal am Theater Münster zu Gast ist, verlegt die Handlung in einen Waschsalon. Sina Manthey vereint in ihrem Bühnenbild diesen konkreten Ort des geschäftigen Alltags mit einem surrealistischen Ort, der die geträumten und geplanten Hochzeitspläne der Figuren thematisiert. Die Kostümbildnerin Hanna Rode entwirft neben den Kostümen, die von den 1980er Jahren inspiriert sind, wieder vergrößerte Alltagsobjekte als Kostüm-Elemente. In ihrer Inszenierung verleiht Anna Weber so der Geschichte humorvoll eine neue Dimension, denn in Adinas Waschsalon wird nicht nur Wäsche gewaschen. 

Es spielt das Sinfonieorchester Münster unter der Leitung des Ersten Kapellmeisters Henning Ehlert. Der Chordirektor Anton Tremmel zeigt sich für die Einstudierung des Opernchores sowie des Extrachores verantwortlich. 

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