25. November 2025 / Natur & Umwelt

Endspurt bei der Arten-Olympiade

Aufruf: Moose melden

Foto (Jan Ole Kriegs): Das Graue Zackenmützenmoos (Racomitrium canescens) wächst an trockenen und nährstoffarmen Standorten auf Kies und Schotter. Es kann Wasser aus Tau und Nebelfeuchte aufnehmen.
 

Die Initiatoren der "Arten-Olympiade 2025" rufen zum Endspurt auf. Noch einmal bitten das LWL-Museum für Naturkunde in Münster und seine regionalen Partner alle interessierten Menschen mitzumachen und Ausschau nach Moosen zu halten. Zur Zeit können gut Moose beobachtet und auf der internationalen Naturbeobachtungsplattform Observation.org gemeldet werden.

Die Beobachtungen fließen noch in die Bewertung für 2025 ein. Am 31. Dezember endet dann die länderübergreifende Challenge und die Auswertung beginnt. Die Challenge veranstalten das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster, das Haus der Natur in Salzburg (Österreich) und das Naturmuseum Solothurn (Schweiz). Zu den Partnern gehört unter anderem das Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung und angewandte Ökologie der Universität Münster.


Foto (A. Piasecka): Initiatoren der Arten-Olympiade 2025 rufen zum Endspurt auf. Dazu können zu dieser Jahreszeit besonders gut Moose beobachtet und gemeldet werden.

"Forschung soll Spaß machen und darf auch Wettbewerbscharakter haben: Unter den Teilnehmenden an der Arten-Olympiade 2025 gibt es ein Ranking und am Ende auch attraktive Preise zu gewinnen", sagt Dr. Jan Ole Kriegs, Museumsdirektor und Biologe beim LWL-Museum für Naturkunde.

Auch wenn sich manche Funde von Moosen nur mikroskopisch sicher bestimmen lassen, können einige Arten mit der Smartphone-App "ObsIdentify" bestimmt und gemeldet werden. Fachleute prüfen anschließend nochmal alle Beobachtungen.

Über Moose
Moose können zwar das ganze Jahr beobachtet werden, aber sie leuchten derzeit mit ihrem satten Grün vor den kahlen Bäumen, sodass sie gut zu finden sind. "ObsIdentify hat uns schon neue Fundpunkte bei einigen sehr seltenen Moosarten eingebracht. So konnten inzwischen verschiedene Zackenmützenmoose in Münster gefunden werden, die alle auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen", sagt Dr. Carsten Schmidt. Der Biologe und Moos-Experte prüft und validiert Beobachtungen auf Observation.org.

Moose sind in der Regel klein und wachsen relativ langsam. Sie sind im Vergleich zu den Höheren Pflanzen "konkurrenzschwach". Daher wachsen sie an besonderen Standorten wie Felsen, an Bäumen, im Wald, in Mooren aber auch in Grünflächen. Torfmoose zum Beispiel findet man an nährstoffarmen, sauren Orten wie Hochmooren.

Es gibt weltweit etwa 16.000 bekannte Arten von Moosen. Dort, wo Moose häufig sind, haben sie eine wichtige ökologische Rolle im Nährstoffkreislauf, da sie die Nährstoffe aus der Atmosphäre in den Boden bringen. Einige Moose wie z.B. die Torfmoose haben es aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraums nicht einfach.

"Das spannende an diesem bürgerwissenschaftlichen Projekt ist, dass alle Menschen mitmachen und auch ohne Vorkenntnisse helfen können, Erkenntnisse über die bedrohte Artenvielfalt in Deutschland zu gewinnen. Die gemeldeten Daten auf Observation.org stehen beispielsweise zur Erstellung Roter Listen der gefährdeten Arten oder auch für die Naturschutzarbeit vor Ort zur Verfügung. Sie fließen aber auch in internationale Auswertungen ein", sagt Kriegs.

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