8. November 2025 / Kirche & Glauben

Ein Ort für die Sternenkinder

Herzensangelegenheit: Gemeinsam mit der Stiftung der Alexianerbrüder wird die Grabstelle für früh im Mutterleib verstorbene Kinder neu gestaltet.

Foto (Alexianer): Vertreterinnen und Vertreter der Alexianer und der Pfarrei St. Liudger am Grab der „Sternenkinder“ auf dem Friedhof der Pfarrei St. Liudger.


Die Kapelle des Friedhofs der Pfarrei St. Liudger ist lichtdurchflutet, durch die Fenster leuchtet das gelbe Herbstlaub der Bäume. In der Kapelle ertönt „Weißt Du, wie viel Sternlein stehen“, ein Kinderlied, gesungen für die Kinder, die niemals dieses oder ein anderes Lied singen konnten, weil sie vor der Geburt gestorben sind. „Sternenkinder“ werden diese Kinder genannt, auf dem Friedhof in Mecklenbeck gibt es ein eigenes, von der Pfarrei St. Liudger bereit gestelltes Grab für sie. Hier werden die Stillgeburten des Clemenshospitals, einem Krankenhaus des Alexianer-Verbunds, seit über 20 Jahren beerdigt. Jetzt wurde die Sternenkinder-Grabstätte erneuert und im Rahmen eines Gottesdienstes wieder geweiht. Möglich wurde die Neugestaltung, zu der auch eine Arbeit des Bildhauers und Theologen Winfried Häder in Form von fünf Basaltsäulen gehört, durch die Unterstützung der Stiftung der Alexianerbrüder. Dessen Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, Dr. Hartmut Beiker, erläutert, warum diese Unterstützung den Alexianern ein derart wichtiges Anliegen ist: „Mit dem neugestalteten Grab möchten wir unsere liebevolle Erinnerung an die ‚Sternenkinder‘ bewahren und den betroffenen Familien, die ein solches Leid ertragen müssen, einen würdevollen Ort der Trauer bieten.“ 

Immer wieder fällt während der Feier das Wort Herzensangelegenheit. So war die Entstehung der Grabstätte eine Initiative von Prof. Dr. Christian Witting, der das Institut für Pathologie am Clemenshospital geleitet hat und den häufigen Fragen der Eltern, was mit den im Mutterleib früh verstorbenen Kindern geschieht, keine zufriedenstellende Antwort geben konnte, wie sein Nachfolger Prof. Dr. Cornelius Kuhnen berichtet. Gemeinsam mit dem damaligen Seelsorger der Klinik, dem Kapuzinerpater Dr. Edilbert Schülli und den Clemensschwestern, kam er auf den Gedanken, ein eigenes Grab für die Sternenkinder einzurichten. Ihre Bestattung ist für alle Beteiligten bis heute eine Herzensangelegenheit, die viele von ihnen ehrenamtlich ausüben. So wie Monika Schulte-Ludwig, Vertreterin des Friedhofausschusses, Annemete Hein, die als Kirchenmusikerin mitwirkt und der ehemalige Friedhofsgärtner Reiner Marx, der selbst im Ruhestand weiterhin das Grab pflegt und gemeinsam mit Kuhnen zwei Mal pro Jahr die Särge mit den Stillgeburten während einer Trauerfeier zusammen mit den Eltern und Angehörigen zur Grabstelle trägt. Auf dem Grab steht neben den Basaltsäulen ein hölzernes Kreuz, verziert mit bunten Glassteinen, das die Worte „Der Himmel geht über allen auf“ trägt. „Der Himmel geht über allen auf, auch über denen, die das Licht dieser Welt nie sehen konnten“, betonen Pastoralreferentin Mechthild Döbbe und Pfarrer Arndt Menze vom ökumenischen Seelsorgeteam des Clemenshospitals, die gemeinsam mit Pfarrer Timo Holtmann aus der Pfarrei St. Liudger die Feier leiteten.

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