Fotos (Hanno Endres): Stefan Nászay und Toto Hölters in "Der Bau"
DER BAU
KAFKA. ANGST. KAMMERSPIEL.
Spiel: Stefan Nászay, Toto Hölters
Regie: Toto Hölters
Ein namenloses Wesen hat sich ein unterirdisches Labyrinth geschaffen – sicher, perfekt und doch von Angst durchzogen. Während es obsessiv seinen Bau kontrolliert, wächst die Unsicherheit: Was, wenn etwas eindringt?
Toto Hölters und Stefan Nászay verkörpern die widersprüchlichen Facetten einer Figur, die zugleich Opfer und Architekt ihrer Angst ist. Zwischen Reflexion und Instinkt, Klarheit und Wahn entsteht ein physisches Duell gegen das eigene Denken – und gegen das, was draußen lauert.
Der Bühnenraum wird zum unfertigen Bau: offen, verwinkelt, voller Schatten. Geräusche, Atem, Tropfen und Bruchstücke von Klang lassen das Unsichtbare präsent werden. Licht enthüllt Bedrohung; Dunkelheit gebiert Fantasie. Das Publikum sitzt mitten im Labyrinth, umgeben von Gängen, Möglichkeiten – und Gefahren.
DER BAU trifft den Nerv unserer Zeit: Wie viel Sicherheit verträgt Freiheit? Was passiert, wenn Schutz zum Gefängnis wird?
Ein 50-minütiges Theatererlebnis – intensiv, atmosphärisch, direkt unter die Haut.

Konrad Haller in "Ich wollte Liebe und lernte hassen"
ICH WOLLTE LIEBE UND LERNTE HASSEN
Theaterstück nach dem Bericht von Fritz Mertens
Spiel: Konrad Haller
Textbearbeitung & Regie: Rosana Cleve
Fritz Mertens' autobiografisches Buch "Ich wollte Liebe und lernte hassen" thematisiert das Thema der Ausgrenzung auf eindringliche Weise, insbesondere durch seine traumatischen Lebenserfahrungen.
Er schildert eine Kindheit, die von Vernachlässigung, Missbrauch und ständiger Zurückweisung geprägt ist. Diese emotionale und soziale Isolation ließ ihn zunehmend vereinsamen und führte zu einem verzweifelten, oft erfolglosen Streben nach Liebe und Anerkennung.
Die fortwährende Ausgrenzung, sowohl in der Familie als auch in der Gesellschaft, führte schließlich zu einem tiefen Hass und zur Gewalt.
Mertens beschreibt, wie das Gefühl der Nichtzugehörigkeit und die fehlende emotionale Unterstützung ihn an den Rand der Gesellschaft drängten und schließlich zu seiner kriminellen Tat beitrugen.
Das Stück verdeutlicht, wie Ausgrenzung und systematisches Versagen in der Unterstützung emotional und psychologisch vulnerabler Menschen zu tragischen Folgen führen können.
Besonderes Augenmerk verdient die Regie: Mit dieser Produktion gibt Rosana Cleve ihr Debüt als Regisseurin.
Geboren in Lengerich und aufgewachsen in Ibbenbüren, studierte sie nach dem Abitur zunächst Schauspiel in den USA, bevor sie 2016 ihre Ausbildung an der Schauspielschule der Keller in Köln abschloss. Es folgten Engagements in und um Köln, ihr Debüt am Wolfgang-Borchert-Theater (WBT) Münster mit DAS NEUE JERUSALEM sowie eine langjährige Ensemblemitgliedschaft dort von 2017 bis 2024. Zuletzt spielte sie in KARDINALFEHLER am Theater am Dom (Köln) und sammelte erste Regieerfahrungen am Kleinen Bühnenboden. Ab August 2025 ergänzt sie das Ensemble des WBT als Regieassistentin mit Spielverpflichtung.
Mit der Premiere von ICH WOLLTE LIEBE UND LERNTE HASSEN präsentiert der Kleine Bühnenboden nicht nur ein starkes, gesellschaftlich relevantes Stück, sondern auch eine spannende neue Regiehandschrift.











