Foto: v.li. Landtagsabgeordnete Christina Schulze Föcking mit offenem Ohr für Geschäftsführerin Nicole Scharte und Leon Scharte (Destillerie Dwersteg) und die Belange der Allianz Kulturerbe Münsterländer Kornbrennereien & Manufakturen.
Die Landtagsabgeordnete Christina Schulze Föcking war zu Besuch bei der Destillerie Dwersteg in Steinfurt-Borghorst. Empfangen wurde sie von Geschäftsführerin Nicole Scharte, ihrem Sohn Leon Scharte sowie Mitinhaber und Partner Frank Krekeler. Anlass der Einladung war die bevorstehende Erhöhung der Alkoholsteuer. Aufgrund dieser Erhöhung haben sich 21 Münsterländer Kornbrennereien und Manufakturen zur Allianz Kulturerbe Münsterländer Kornbrennereien & Manufakturen zusammengeschlossen, um darauf aufmerksam zu machen, was die zusätzliche Belastung für die Regionen bedeutet: Es geht um Arbeitsplätze, um regionale Wertschöpfung, um langjährige Lieferverträge – etwa mit Landwirten aus der Umgebung – und damit um gewachsene Strukturen, die weit über die einzelnen Betriebe hinausreichen.
„Wir sind Frau Schulze Föcking außerordentlich dankbar, dass sie sich die Zeit genommen hat, unsere Situation hier in Steinfurt persönlich anzuhören“, sagt Nicole Scharte, Geschäftsführerin der Destillerie Dwersteg und Unterstützerin der Allianz Kulturerbe Münsterländer Kornbrennereien. „Für uns ist wichtig, dass politische Entscheidungen nicht nur abstrakt im Gesetzgebungsverfahren betrachtet werden. Hinter jeder Brennerei stehen Menschen, Familien, Arbeitsplätze, regionale Lieferketten und eine gewachsene Tradition.“
Das Gespräch war dabei weit mehr als ein Austausch über steuerpolitische Fragen: Die Unterhaltung war breit gefächert und drehte sich um die Situation traditioneller Unternehmen im Münsterland, um das Thema Unternehmensnachfolge und um die Frage, was diese Rahmenbedingungen für die nachfolgende Generation bedeuten. Gerade für Familienbetriebe, die über Generationen gewachsen sind, wiegen zusätzliche steuerliche Belastungen schwer – sie treffen nicht nur das Tagesgeschäft, sondern auch die Zukunftsperspektiven derjenigen, die den Betrieb einmal weiterführen sollen.
Im Gespräch wurde deutlich, dass Kornbrennereien & Destillerien im Münsterland keine anonyme Industrie sind, sondern Teil regionaler Identität: Sie sichern Arbeitsplätze, arbeiten mit regionalen Partnern zusammen, beliefern Handel und Gastronomie und tragen eine über Generationen gewachsene Tradition weiter.
Bei einem Rundgang durch die Destillerie erhielt Frau Schulze Föcking zudem Einblick in die besondere Herstellungsweise der Destillerie Dwersteg: Seit der Gründung im Jahr 1882 setzt das Familienunternehmen auf traditionelle, handwerkliche Verfahren der Destillierkunst. In der Manufaktur entstehen feinste Aperitife; Liqueure, Spirituosen und Essenzen in Handarbeit – mit individuellen Rezepturen, der Kunst der Mazeration und selbst hergestellten Essenzen, Alkohol und Wasser. Als eines der ersten Unternehmen weltweit stellt die Destillerie Dwersteg seit 1996 unter der Marke „Dwersteg Organic“ edle Liqueure, Spirituosen & Essenzen ausschließlich aus biologischen und fair gehandelten Rohstoffen her.
„Ich bin sehr dankbar für den offenen und interessanten Austausch. Es ist schön zu erleben, mit wie viel Herzblut, Engagement und persönlichem Einsatz der Betrieb geführt wird. Gerade solche traditionsreichen Familienunternehmen prägen unsere Region und zeigen, wie viel Verantwortung für Arbeitsplätze, Wertschöpfung und die nächste Generation übernommen wird“, betont Christina Schulze Föcking.
Offener Brief der Allianz übergeben
Nicole Scharte übergab Christina Schulze Föcking den offenen Brief der Allianz Kulturerbe Münsterländer Kornbrennereien. Darin warnen die unterzeichnenden Betriebe vor einer einseitigen Sonderbelastung von Spirituosen und werben für eine faire, wirksame und mittelstandsverträgliche Steuerpolitik.
Die Allianz fordert unter anderem eine Begrenzung der Erhöhung, eine verbindliche Evaluation der Wirkung auf Konsum, Steueraufkommen, Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung, einen mittelstandsverträglichen Starttermin sowie eine faire Behandlung von Korn im Alkoholsteuergesetz. Langfristig setzt sich die Allianz für ein gleichmäßiges Steuersystem nach dem Liter reinen Alkohols ein.
Die Destillerie Dwersteg und die Allianz Kulturerbe Münsterländer Kornbrennereien verbinden mit dem Besuch den Wunsch nach einem konstruktiven, sachlichen Dialog. Ziel sei es nicht, Parteigrenzen zu ziehen, sondern die konkreten Folgen für Betriebe, Beschäftigte und regionale Wertschöpfung sichtbar zu machen.
Es entwickelte sich ein sehr persönliches Gespräch: Frau Schulze Föcking, die ebenfalls mit ihrer Familie einen Hof mit einem Traditionsunternehmen führt, konnte die Sorgen des Unternehmens aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen.
„Wir wollen keine Kampagne gegen verantwortungsvolle Alkoholpolitik“, so Nicole Scharte. „Wir wollen sichtbar machen, was bei uns vor Ort auf dem Spiel steht. Deshalb sind wir dankbar, wenn Abgeordnete wie Frau Schulze Föcking die Sorgen regionaler Betriebe aufnehmen und sich ein eigenes Bild vor Ort machen, und es dann nach Berlin zu tragen “
Über die Destillerie Dwersteg
Die Destillerie Dwersteg ist ein Familienunternehmen im Münsterland mit mehr als 140 Jahren Tradition. Am historischen Standort in Steinfurt-Borghorst vereint die Manufaktur Produktentwicklung, Produktion, Abfüllung und Vertrieb unter einem Dach. Nach altbewährten Familienrezepturen und in traditioneller Handarbeit entstehen hier feinste Liqueure, Spirituosen und Essenzen – seit 1996 als Pionier auch in Bio-Qualität unter der Marke „Dwersteg Organic“.











