27. Januar 2026 / Bildung & Wissenschaft

Biotechnikum wird mit 7,3 Millionen Euro modernisiert

Förderung aus Europäischem Fonds für regionale Entwicklung / Schub für Lehre und Forschung in der Biotechnologie

Foto (Uni MS - Linus Peikenkamp): Prof. Dr. Jochen Schmid (l.), geschäftsführender Direktor des Instituts für Molekulare Mikrobiologie und Biotechnologie, mit seinem Mitarbeiter Dr. Jannis Bröker im Biotechnikum, das nun umfassend modernisiert wird.


Modernisierungsschub für das Institut für Molekulare Mikrobiologie und Biotechnologie der Universität Münster: Das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union stellen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) rund 7,3 Millionen Euro zur Verfügung, um die Forschungsinfrastruktur am Institut, das sogenannte Biotechnikum, zu renovieren und auszubauen. In Kooperation mit mehreren Partnern, darunter das „REACH – EUREGIO Start-up Center“ und die Technologieförderung Münster, soll eine in Nordrhein-Westfalen einzigartige Forschungsinfrastruktur zur Förderung biotechnologischer Innovationen mit Fokus auf Biopolymere errichtet werden.

Im Biotechnikum findet der gesamte Prozess von der gentechnischen Veränderung von Mikroorganismen über ihre Kultivierung („Zucht“) und die Produktion gewünschter Substanzen bis hin zur Produktanalyse statt. Um in der Forschung und Lehre ein führender universitärer Standort der mikrobiellen Biotechnologie zu bleiben, wird nicht nur die Anlage, sondern auch die Gebäudetechnik modernisiert.

Das Institut für Molekulare Mikrobiologie und Biotechnologie hat mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Entwicklung biotechnologischer Verfahren und verfügt im Biotechnikum über ein Spektrum von Anzuchtsystemen vom Mikroliter-Bereich bis hin zum 500-Liter-Bioreaktor (Fermenter). Fermenter sind Anlagen, in denen Mikroorganismen kultiviert werden, um gewünschte Substanzen aus organischer Materie herzustellen. Das Biotechnikum ist seit seiner Inbetriebnahme 1998 eine der größten universitären Anlagen ihrer Art an einer nordrhein-westfälischen Universität. Mit der Modernisierung werden die Produktions- und Analysemöglichkeiten auf den aktuellen Standard gebracht, was für die moderne Forschung essenziell ist. „Wir bleiben damit auch in der Lage, Prozesse zu skalieren, sodass es um Größenordnungen geht, die für Industriepartner interessant sind“, betont Prof. Dr. Jochen Schmid, geschäftsführender Direktor des Instituts. „Mit 500 Litern schließen wir die Lücke zur großtechnischen Industrie, wo Fermenter ab 1000 Litern aufwärts eingesetzt werden.“ Die Studierenden erhalten so eine besonders praxisnahe Ausbildung.

Die Arbeitsgruppe von Jochen Schmid richtet ihren Fokus auf die Herstellung von Biopolymeren mithilfe gentechnisch veränderter Bakterien. Diese „grünen“ Polymere können dazu beitragen, verschiedene Technologien und Produkte umweltfreundlicher zu machen. Sie sollen umweltschädliche Batteriekomponenten ersetzen, aber auch beispielsweise Kunststoffe in Kosmetikprodukten. Die Schwerpunkte der Arbeitsgruppen am Institut reichen von der Erforschung der Diversität des mikrobiellen Stoffwechsels über die Proteinbiochemie bis hin zur Ökologie. Neben Bakterien und Hefen werden im Biotechnikum dank der Modernisierung künftig auch Mikroalgen in größerem Maßstab gezüchtet werden können.

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