Foto (Bettina Stoess): Tim Weckenbrock, Regina Leenders und Alaaeldin Dyab in der Gemeinschaftsproduktion And now Hanau der Theater Münster, Theater Oberhausen und Ruhrfestspiele Recklinghausen
Am 19. Februar 2020 ermordete ein Rassist in Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund: Fatih Saraçoğlu, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Kaloyan Velkov, Mercedes Kierpacz, Said Nesar Hashemi, Sedat Gürbüz, Vili Viorel Păun und Ferhat Unvar. Der 1969 in Neubeckum/Westfalen geborene Theaterautor, Regisseur, Schauspieler und Arzt Tuğsal Moğul setzt sich in seinen Werken mit den Auswirkungen rassistisch motivierter Gewalt in Deutschland auseinander. In seinem Rechercheprojekt And now Hanau bearbeitet er das Attentat von Hanau theatral. Moğul lässt in seinem Stück die Perspektive der Opfer zu Wort kommen und fragt nach den vielen Fehlern, die vor, während und nach dem Anschlag von Seiten der Polizei, Staatsanwaltschaft, Politik und den Medien begangen wurden.
Moğul setzt sich mit den Morden nicht in einem herkömmlichen Theaterraum auseinander, sondern wählt ganz bewusst öffentliche Orte in der Mitte der Stadtgesellschaft: in Münster das Landgericht.
Wegen großer Nachfrage wird die Produktion nun in ihrer dritten Spielzeit, nach stets ausverkauften Vorstellungen, wieder in Münster gezeigt. (Mitveranstalter für die Spieltermine im Landgericht: Präsident des Landgerichts Münster Ulrich Schambert).
And now Hanau ist eine Produktion des Theater Münster, Theater Oberhausen und der Ruhrfestspiele Recklinghausen. Erst kürzlich erhielt Regisseur und Autor Tuğsal Moğul für seine Inszenierung von And now Hanau eine Nominierung für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST.
Mit Schauspieler*innen der Theater Münster und Oberhausen: Alaaeldin Dyab, Agnes Lampkin, Regina Leenders, Tim Weckenbrock











