27. April 2021 / Allgemein

Als Münster ein Licht aufging

Multimedial aufbereitete Stadtgeschichte beim Themenabend im Stadtarchiv

Ludgerikirche
Veröffentlicht am 27. April 2021 um 06:40 Uhr

Foto (Stadt Münster / Stadtarchiv): Neben der Ludgerikirche erhellt um 1850 eine der ersten Straßenlaternen die Ludgeristraße.    
 


Es kam einer kleinen Revolution gleich, als 1782 in Münster über eine öffentliche Straßenbeleuchtung diskutiert wurde und den Worten dann auch schon recht bald Taten folgten. Beleuchtete Straßen sorgten dafür, dass die Nacht nicht länger unheimlich war und eigentlich nur im Bett verbracht werden konnte. Die ersten Straßenlaternen waren zwar noch recht schwach, aber sie machten nach dem Tagwerk ein wenig Freizeit möglich.

So allmählich entwickelten die Menschen ein wachsendes Bedürfnis, ihr Leben nicht nur im Wechsel von Arbeit, Essen, Beten und Schlafen zu verbringen, sondern vielleicht auch einmal einen abendlichen Spaziergang zu machen, vielleicht sogar mit einem Hund als treuem Begleiter.

Hunde waren 1819 bei Einführung einer Hundesteuer jedenfalls keineswegs neu in der Stadt. Sie gehörten vielmehr seit langem zum Stadtleben, so wie viele andere von Menschen gehaltene Tiere wie Hühner, Schweine oder Pferde auch. Als Hunde nun zum Objekt obrigkeitlicher Reglementierung wurden, dachte man in Münster neu über Hunde nach. Waren sie reiner Luxus? Oder nicht doch eher für manche Gewerbe unersetzlich? Die Einführung der Hundesteuer war jedenfalls nicht unumstritten.

Sowohl die neue Straßenbeleuchtung, als auch die Reaktionen der Münsteraner auf die Einführung der Hundesteuer dokumentieren Akten im Stadtarchiv. Sie geben aber neben den sich wandelnden Beziehungen von Menschen und Hunden oder die Entwicklung einer Freizeitgestaltung auch Einblicke in andere interessante Kapitel der Geschichte Münsters,.

Studierende der Neueren Geschichte an der WWU Münster haben unter der Leitung von Dr. André Krischer die Einführung der Straßenbeleuchtung und der Hundesteuer in Münster auf der Grundlage von Akten aus dem Stadtarchiv rekonstruiert und als eine multimediale Online-Geschichte für eine breite Öffentlichkeit aufbereitet. Ihr Projekt und die Ergebnisse ihrer Nachforschungen im Stadtarchiv stellt Dr. André Krischer gemeinsam mit Corinna Sophie Fernández, Aaron Hollstein und Laura Bartels beim Themenabend am 29. April im Stadtarchiv vor.

Info:  Der Vortrag wird aus dem Stadtarchiv am 29. April ab 18 Uhr live im Internet übertragen und steht danach noch weitere 14 Tage zum Abruf bereit. Der direkte Zugang ist über www.stadt-muenster.de/archiv oder den Link www.twitch.tv/stadtarchivms möglich. Wer später noch einmal hineinhören möchte, hat zwei Wochen Zeit dazu. So lange bleibt das Online-Angebot aktiv.

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