11. Februar 2025 / Politik

„80 Jahre Frieden?“: Veranstaltungsreihe stellt Kriegsende und Nachkriegszeit in den Fokus

Programm mit Konzerten, Vorträgen, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen / Auftakt am 12. Februar in der Villa ten Hompel

Film/Foto (National Archives and Records Administration, Washington, D.C.; Stadtmuseum Münster): Aufnahme aus einem Film über das Stammlager VI F für Kriegsgefangene am Hohen Heckenweg in Münster aus dem April 1945. Hier wurden mehrere Tausend zumeist arbeitsunfähige sowjetische Kriegsgefangene festgehalten.


Vor 80 Jahren - im Frühjahr 1945 - endete der Zweite Weltkrieg für Europa. Nach mehr als 60 Millionen Toten und unermesslicher Zerstörung weltweit sehnten sich die Menschen nach dauerhaftem Frieden. Mit der Programmreihe "80 Jahre Frieden?" beleuchtet die Stadt Münster diese Zeit aus verschiedensten erinnerungskulturellen Perspektiven. Die Veranstaltungen laufen ab Mitte Februar. Im Fokus steht neben der Regionalgeschichte die mahnende Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten, die Perspektive des Globalen Südens, aber auch das Entstehen neuer Freundschaften und neuen Vertrauens innerhalb Europas. Dabei lassen insbesondere die Ereignisse der jüngeren Zeit fragen: Wie friedlich waren die vergangenen 80 Jahre?


Foto (Imperial War Museum, London; Stadtmuseum Münster): Die ersten Friedenstage im zerstörten Münster: Britische und amerikanische Soldaten ziehen am 4. April 1945 über den Prinzipalmarkt. Mit der Programmreihe "80 Jahre Frieden?" beleuchtet die Stadt Münster die Zeit nach dem Kriegsende aus verschiedensten Perspektiven. 

Für die Veranstaltungsreihe kooperieren zahlreiche Akteurinnen und Akteure – von städtischen Institutionen und Kirchengemeinden bis hin zu zivilgesellschaftlichen Organisationen und den Hochschulen. Das Programm umfasst Konzerte, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen. Und die Veranstaltungsreihe bleibt offen für Erweiterungen: Interessierte Organisationen oder Einzelpersonen, die eine Veranstaltung beitragen möchten, können sich per E-Mail an friedensbuero@stadt-muenster.de melden.

Den Auftakt macht die Villa ten Hompel am Mittwoch, 12. Februar. Der Geschichtsort lädt ein zu einem Vortrag mit Markus Günnewig, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund. Thema des Abends sind Gestapoverbrechen in der Endphase des Zweiten Weltkrieges, die Günnewig in seinem Buch "Die Betreffenden sind zu vernichten" dokumentiert. Die Veranstaltung findet statt in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Forum Münster, dem Verein "Gegen Vergessen – Für Demokratie" im Münsterland, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster, dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Westfalen-Lippe. 

Ankerpunkt des Programms ist der 2. April - der Tag, an dem Münster im Jahr 1945 mit dem Einzug amerikanischer und britischer Truppen befreit wurde. An diesem Datum findet eine Gedenkveranstaltung auf dem Waldfriedhof Lauheide statt. Hier haben neben deutschen Kriegstoten auch gefallene Soldaten der Alliierten, Zwangsarbeiter und zivile Opfer ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Weitere Informationen sowie das gesamte Programm sind auf der städtischen Webseite unter www.stadt-muenster.de/frieden/80-jahre abrufbar.

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